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1 week ago

Pittermanns Scholl am 18.11.2022

Unsere nächste Schulstunde fand nahe dem karnevalistischen Start am 11.11.2022 statt. Da war dem Oberlehrer „Hans-Dieter Caspers“ (kurz HDC) sofort klar wie das nächste Thema heißen soll: Der „Hoppeditz“!
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HDC stellte fest, dass es die Figur des „Hoppeditz“ in der uns bekannten Form einzig in Düsseldorf gibt. Andere Städte wie Köln und/oder Mainz haben ähnliche Figuren, die aber eher eine untergeordnete Rolle spielen!
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Im Verlaufe der Stunde wurde klar, dass das Sommerbrauchtum (Schützen) und Winterbrauchtum (Karnevalisten) eng miteinander verbunden waren und sind! Viele Schützen sind gleichzeitig Karnevalisten und umgekehrt! „Franz Ketzer“ ist wohl das beste Beispiel von vielen.
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HDC beleuchtete den „Hoppeditz“ näher. Die Frage an die Schüler lautete: Wer war schon mal „der Hoppeditz“ in Düsseldorf?
Hermann Schmitz, Jürgen Hilgers, Tom Bauer, Winfried Ketzer.
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HDC berichtete über die Entwicklung dieser fiktiven Person und dessen Besonderheiten wie z.B. in den Nachkriegsjahren. War es doch jeher Ziel des „Hoppeditzes“ der Obrigkeit, aber auch dem einfachen Volke den Spiegel vors Gesicht zu halten!
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Dann widmete HDC die Aufmerksamkeit auf das vom Künstler „Bert Gerresheim“ geschaffene Kunstwerk
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Dafür musste zunächst ein Blick zurück in das 19. Jahrhundert geworfen werden…
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Hoppeditz-Denkmal auf’m dem Carlplatz - eine etwa fünf Meter hohes Denkmal aus dem 19. Jahrhundert - vier Säulen trugen einen quadratischen Baldachin, auf dem ein Spielwürfel prangte. Unter dem Baldachin stand eine Hoppeditzfigur; jedoch nicht in Narrenkleidern, sondern im Gewand eines antiken römischen Redners, mit einem Weinpokal in der Rechten. Damit sollte die gesellschaftliche Funktion des Hoppeditz unterstrichen werden: Er ist (und bleibt) das populärste Symbol der Redefreiheit. Er muss vor allem der Obrigkeit den Spiegel vorhalten. Um daran zu erinnern, war das Wort Hoppeditz auf dem Denkmal in Spiegelschrift geschrieben. Eine Abbildung befindet sich heute im Düsseldorfer Karnevals-Museum. Das Denkmal stand von 1841 bis 1860 auf dem Carlsplatz in Düsseldorf. Bewacht wurde es von Hoppeditz-Gardisten. Warum das Denkmal wieder entfernt wurde, ist unklar. Es wurde in einer politischen Aufbruchstimmung errichtet als satirische Huldigung an die Gedanken- und Redefreiheit. Nach der gescheiterten März-Revolution 1848 aber könnte es den reaktionären Kräften und der Zensur ein Dorn im Auge gewesen sein. In der Geschichte der Stadt Düsseldorf heißt es „Der Staat … misstraute seit der Revolution von 1848 den Karnevalisten.“
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Das auffällige Denkmal war von bedeutenden Künstlern gestaltet (u. a. von den berühmten Absolventen der Düsseldorfer Kunstakademie „Andreas Achenbach“ und „Wilhelm Camphausen“)!
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Nun zum neuen Denkmal - nahe dem Uerige und dem Karnevalsmuseum.
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Das Hoppeditz-Denkmal auf dem „Hoppeditz-Plätzken“.
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„Der laue Spaßvogel!“
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Da hockt er, der Hoppeditz, auf seinem schwankenden Thron, der an die Schädelhäufungen der Katakomben erinnert, wie der Weltrichter selbst beim Jüngsten Gericht. Doch wo sein Lästermaul eigentlich anarchisch die Welt verlachen sollte, grinst er nun hausbacken. Seine Aufstellung wurde durchgesetzt, obwohl ihn der Kunstbeirat abgelehnt und ihm eine Empfehlung verweigert hatte, und sogar die Grünen ihn als »Unter dem Niveau des Künstlers« schmähten. (Alle Fotos: Stefan Arendt, MZR)
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„Kopf transplantiert!“
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Die Vorsitzende des Fördervereins Düsseldorfer Karneval, „Hille Erwin“, Gattin des damaligen OB, hatte 2005 den Bildhauer „Bert Gerresheim“ beim katholischen Weltjugendtag für ihre Idee eines Hoppeditz-Denkmals begeistern können. Gerresheim legte 2006 Skizzen der Figur vor und stieß auf Ablehnung bei den Auftraggebern. Daraufhin änderte er seinen Entwurf und präsentierte im März 2007 den revidierten Kopf. Als bekannt wurde, dass der Bildhauer seinen Entwurf nach den Wünschen der Auftraggeber geändert hatte, trug diese Konzilianz wesentlich zu weiterer Kritik bei.
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„Alles gut!“
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Im Ur-Entwurf war die Narrenmütze noch eine mit der aufgerissenen Klappe verwachsene Linnenhülle, denn der Erznarr braucht gar kein eigenes Antlitz. Wie viele verschiedene Gesichter die Narretei aufzubieten hat, das zeigt uns die barocke Bildfülle seines Sockels zur Genüge. Mit dem süßlichen Facelifting aber war für den Düsseldorfer Heimatfreund die Welt wieder in Ordnung, und er erkannte plötzlich im milden Alltagsgesicht des skulptierten Spaßvogels sogar sein Lieblingskind, den jungen, romantischen Harry, ein »populäres Urbild des jungen Heine«.
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„Der Narr ist radikal!“
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.Hätte unser Hoppeditz noch seinen wahren Kopf, der in der ursprünglichen Konzeption nichts weiter als eine Chiffre für das Lachen an sich, für Hohn, Spott, Infamie und Befreiung war, und in dessen dreistem Maul all das kulminierte, was im ikonografischen Beiwerk aufwändig beigefüllt wird, so hätte man die tieferen Dimensionen des Denkmals mühelos erkannt. Im Wortsinn ihres Hauptes beraubt sind nun die Attribute, Beigaben und sinnigen Verschachtelungen mit der Erfüllung solchen Anspruches auf sich allein gestellt.
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„Der rote Riss!“
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So offeriert der Hoppeditz den Narrenspiegel, aus dessen Fläche sich der lachende Tod hervorstülpt, dazu der Kasper und der Bergische Löwe. Eine eigenwillige Trinität, die den Bürger zum Hinterfragen seiner Rolle im Lebensspiel verleiten soll. Dazu hält er die Pritsche, mit der er gern Kopfschläge verteilt, damit das Denken angeregt werde. Das gesamte Ensemble ist von oben bis unten von einem rot markierten Riss durchzogen, der zu irritierenden Verschiebungen führt und an eine Zeile Leonard Cohens erinnert: »There is a crack in everything – that’s how the light gets in«.
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„Die Atlanten!“
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Unter dieser Plattform aus berühmten Büchern ragen quasi als tragende Atlanten die ersten Gesichter, Köpfe und Masken hervor. Es sind der Bergische Löwe, einige Masken, wie wir sie aus dem venetianischen Karneval oder der Baseler Fasnacht her kennen.Tragende Funktion hat auch der triumphierende Tod als Schädel, den wir schon aus dem Stadterhebungsmonument kennen.
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„Der Turm der Köpfe!“
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Die tragende Säule des Hoppeditz-Denkmals ist der Turm der Köpfe. Hier sind die Portraits der berühmten Spaßmacher aus verschiedenen Zeiten versammelt. Die frühen Stummfilmschelme. Donald Duck als Comic-Tollpatsch und die großen Bühnenclowns Grock und Charlie Rivel. Eine Steilvorlage für Fremden- und Stadtführer ist das Hoppeditz-Denkmal mit seiner überbordenden Fülle der Persönlichkeiten, die auf dem Sockel versammelt sind. Ein Fundus für Zitate, Anekdoten und Aha-Erlebnisse. Wer erkennt wen?
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„Die tragischen Figuren!“
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Dann finden wir die tragischen Narren der Kirchengeschichte. So etwa Girolamo Savonarola (1452-1498), der als Bußprediger durch die Lande zog und kein Blatt vor den Mund nahm, wenn es galt Mißstände anzuprangern. Zunächst vom Volk bejubelt, wurde er später öffentlich hingerichtet. Auch Filippo Neri (1515-1595) ist dabei, um dessen Leben sich skurrile Anekdoten ranken. Selbst die Schädel makaber greinender, klerikaler Dörrleichen aus den italienischen Katakomben sind eingestreut: Totlachen über das irdische Ende hinaus.
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„Das Kappen-Bouquet!“
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Je weiter der Blick nach unten gleitet, desto mehr lösen sich die Masken, die von den Rollenspielen und dem Verstellen der Menschen künden und von der Kluft zwischen Schein und Sein, in einer Häufung von Kopfbedeckungen auf. Das Spiel mit den Hüten, das Gerresheim ja schon bei seinem Stadterhebungsmonument und dem Düsselgitter freimütig trieb, erfährt nun am Fuße des Denkmals nochmal eine Ausweitung. Hier mischen sich die Kappen, Mitren, Helme und Mützen zu einem Bouquet, das den Turm trägt.
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„Adabeis!“
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Auch die Kappen gehören zu den Verkleidungen der vom Narr verlachten Windbeutel, Rosstäuscher, Angeber und Selbstdarsteller. Und – man glaubt es nicht – eben der Eitelkeiten solcher Klientel wurde auf das Beste gefrönt: Auf den Stirnen von Masken, auf Hüten und Assessoires haben sich all jene Adabeis mit ihren Namen verewigt, von denen wir Düsseldorfer tagtäglich in der Presse lesen müssen. Die örtliche Karnevals- und Eventprominenz hat ihre Sponsorenprahlerei in die Bronze ritzen lassen.
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„Einen besonderen Dank an Wolfgang Funken!“
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Der Beitrag über das Hoppeditz-Denkmal stammt aus einem umfangreichen Kapitel aus der „Ars Publica Düsseldorf“ von „Wolfgang Funken“. Alle in diesem Beitrag abgebildeten Fotos stammen von Stefan Arendt aus dem Medienzentrum Rheinland.
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Also vor dem nächsten Besuch im „Heidelberger Faß“ 😉 unbedingt dieses Kunstwerk ansehen.
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Nun gab es für alle Teilnehmer noch einen leckeren Weckmann.
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Wir wünschen euch eine besinnliche Zeit und einen tollen Übergang in das neue Jahr! Bleibt bitte alle gesund - wir sehen uns, so Gott will, zur nächsten Stunde im Januar 2023! (fe)

Quellen: Comitee Düsseldorfer Carneval, Wolfgang Funken, KG Hoppeditz-Wache, Stefan Arendt, Wikipedia und D4Y Frank Engels
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Pittermanns Scholl am 18.11.2022 

Unsere nächste Schulstunde fand nahe dem karnevalistischen Start am 11.11.2022 statt. Da war dem Oberlehrer „Hans-Dieter Caspers“ (kurz HDC) sofort klar wie das nächste Thema heißen soll: Der „Hoppeditz“! 
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HDC stellte fest, dass es die Figur des „Hoppeditz“ in der uns bekannten Form einzig in Düsseldorf gibt. Andere Städte wie Köln und/oder Mainz haben ähnliche Figuren, die aber eher eine untergeordnete Rolle spielen! 
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Im Verlaufe der Stunde wurde klar, dass das Sommerbrauchtum (Schützen) und Winterbrauchtum (Karnevalisten) eng miteinander verbunden waren und sind! Viele Schützen sind gleichzeitig Karnevalisten und umgekehrt! „Franz Ketzer“ ist wohl das beste Beispiel von vielen. 
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HDC beleuchtete den „Hoppeditz“ näher. Die Frage an die Schüler lautete: Wer war schon mal „der Hoppeditz“ in Düsseldorf? 
Hermann Schmitz, Jürgen Hilgers, Tom Bauer, Winfried Ketzer. 
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HDC berichtete über die Entwicklung dieser fiktiven  Person und dessen Besonderheiten wie z.B. in den Nachkriegsjahren. War es doch  jeher Ziel des „Hoppeditzes“ der Obrigkeit, aber auch dem einfachen Volke den Spiegel vors Gesicht zu halten! 
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Dann widmete HDC die Aufmerksamkeit auf das vom Künstler „Bert Gerresheim“ geschaffene Kunstwerk 
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Dafür musste zunächst ein Blick zurück in das 19. Jahrhundert geworfen werden…
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Hoppeditz-Denkmal auf’m dem Carlplatz -  eine etwa fünf Meter hohes Denkmal aus dem 19. Jahrhundert - vier Säulen trugen einen quadratischen Baldachin, auf dem ein Spielwürfel prangte. Unter dem Baldachin stand eine Hoppeditzfigur; jedoch nicht in Narrenkleidern, sondern im Gewand eines antiken römischen Redners, mit einem Weinpokal in der Rechten. Damit sollte die gesellschaftliche Funktion des Hoppeditz unterstrichen werden: Er ist (und bleibt) das populärste Symbol der Redefreiheit. Er muss vor allem der Obrigkeit den Spiegel vorhalten. Um daran zu erinnern, war das Wort Hoppeditz auf dem Denkmal in Spiegelschrift geschrieben. Eine Abbildung befindet sich heute im Düsseldorfer Karnevals-Museum. Das Denkmal stand von 1841 bis 1860 auf dem Carlsplatz in Düsseldorf. Bewacht wurde es von Hoppeditz-Gardisten. Warum das Denkmal wieder entfernt wurde, ist unklar. Es wurde in einer politischen Aufbruchstimmung errichtet als satirische Huldigung an die Gedanken- und Redefreiheit. Nach der gescheiterten März-Revolution 1848 aber könnte es den reaktionären Kräften und der Zensur ein Dorn im Auge gewesen sein. In der Geschichte der Stadt Düsseldorf heißt es „Der Staat … misstraute seit der Revolution von 1848 den Karnevalisten.“ 
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Das auffällige Denkmal war von bedeutenden Künstlern gestaltet (u. a. von den berühmten Absolventen der Düsseldorfer Kunstakademie „Andreas Achenbach“ und „Wilhelm Camphausen“)!
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Nun zum neuen Denkmal - nahe dem Uerige und dem Karnevalsmuseum.
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Das Hoppeditz-Denkmal auf dem „Hoppeditz-Plätzken“.
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„Der laue Spaßvogel!“
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Da hockt er, der Hoppeditz, auf seinem schwankenden Thron, der an die Schädelhäufungen der Katakomben erinnert, wie der Weltrichter selbst beim Jüngsten Gericht. Doch wo sein Lästermaul eigentlich anarchisch die Welt verlachen sollte, grinst er nun hausbacken. Seine Aufstellung wurde durchgesetzt, obwohl ihn der Kunstbeirat abgelehnt und ihm eine Empfehlung verweigert hatte, und sogar die Grünen ihn als »Unter dem Niveau des Künstlers« schmähten. (Alle Fotos: Stefan Arendt, MZR)
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„Kopf transplantiert!“
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Die Vorsitzende des Fördervereins Düsseldorfer Karneval, „Hille Erwin“, Gattin des damaligen OB, hatte 2005 den Bildhauer „Bert Gerresheim“ beim katholischen Weltjugendtag für ihre Idee eines Hoppeditz-Denkmals begeistern können. Gerresheim legte 2006 Skizzen der Figur vor und stieß auf Ablehnung bei den Auftraggebern. Daraufhin änderte er seinen Entwurf und präsentierte im März 2007 den revidierten Kopf. Als bekannt wurde, dass der Bildhauer seinen Entwurf nach den Wünschen der Auftraggeber geändert hatte, trug diese Konzilianz wesentlich zu weiterer Kritik bei.
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„Alles gut!“
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Im Ur-Entwurf war die Narrenmütze noch eine mit der aufgerissenen Klappe verwachsene Linnenhülle, denn der Erznarr braucht gar kein eigenes Antlitz. Wie viele verschiedene Gesichter die Narretei aufzubieten hat, das zeigt uns die barocke Bildfülle seines Sockels zur Genüge. Mit dem süßlichen Facelifting aber war für den Düsseldorfer Heimatfreund die Welt wieder in Ordnung, und er erkannte plötzlich im milden Alltagsgesicht des skulptierten Spaßvogels sogar sein Lieblingskind, den jungen, romantischen Harry, ein »populäres Urbild des jungen Heine«.
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„Der Narr ist radikal!“
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.Hätte unser Hoppeditz noch seinen wahren Kopf, der in der ursprünglichen Konzeption nichts weiter als eine Chiffre für das Lachen an sich, für Hohn, Spott, Infamie und Befreiung war, und in dessen dreistem Maul all das kulminierte, was im ikonografischen Beiwerk aufwändig beigefüllt wird, so hätte man die tieferen Dimensionen des Denkmals mühelos erkannt. Im Wortsinn ihres Hauptes beraubt sind nun die Attribute, Beigaben und sinnigen Verschachtelungen mit der Erfüllung solchen Anspruches auf sich allein gestellt.
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„Der rote Riss!“
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So offeriert der Hoppeditz den Narrenspiegel, aus dessen Fläche sich der lachende Tod hervorstülpt, dazu der Kasper und der Bergische Löwe. Eine eigenwillige Trinität, die den Bürger zum Hinterfragen seiner Rolle im Lebensspiel verleiten soll. Dazu hält er die Pritsche, mit der er gern Kopfschläge verteilt, damit das Denken angeregt werde. Das gesamte Ensemble ist von oben bis unten von einem rot markierten Riss durchzogen, der zu irritierenden Verschiebungen führt und an eine Zeile Leonard Cohens erinnert: »There is a crack in everything – that’s how the light gets in«.
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„Die Atlanten!“
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Unter dieser Plattform aus berühmten Büchern ragen quasi als tragende Atlanten die ersten Gesichter, Köpfe und Masken hervor. Es sind der Bergische Löwe, einige Masken, wie wir sie aus dem venetianischen Karneval oder der Baseler Fasnacht her kennen.Tragende Funktion hat auch der triumphierende Tod als Schädel, den wir schon aus dem Stadterhebungsmonument kennen.
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 „Der Turm der Köpfe!“
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Die tragende Säule des Hoppeditz-Denkmals ist der Turm der Köpfe. Hier sind die Portraits der berühmten Spaßmacher aus verschiedenen Zeiten versammelt. Die frühen Stummfilmschelme. Donald Duck als Comic-Tollpatsch und die großen Bühnenclowns Grock und Charlie Rivel. Eine Steilvorlage für Fremden- und Stadtführer ist das Hoppeditz-Denkmal mit seiner überbordenden Fülle der Persönlichkeiten, die auf dem Sockel versammelt sind. Ein Fundus für Zitate, Anekdoten und Aha-Erlebnisse. Wer erkennt wen?
.
 „Die tragischen Figuren!“
.
Dann finden wir die tragischen Narren der Kirchengeschichte. So etwa Girolamo Savonarola (1452-1498), der als Bußprediger durch die Lande zog und kein Blatt vor den Mund nahm, wenn es galt Mißstände anzuprangern. Zunächst vom Volk bejubelt, wurde er später öffentlich hingerichtet. Auch Filippo Neri (1515-1595) ist dabei, um dessen Leben sich skurrile Anekdoten ranken. Selbst die Schädel makaber greinender, klerikaler Dörrleichen aus den italienischen Katakomben sind eingestreut: Totlachen über das irdische Ende hinaus.
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 „Das Kappen-Bouquet!“
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Je weiter der Blick nach unten gleitet, desto mehr lösen sich die Masken, die von den Rollenspielen und dem Verstellen der Menschen künden und von der Kluft zwischen Schein und Sein, in einer Häufung von Kopfbedeckungen auf. Das Spiel mit den Hüten, das Gerresheim ja schon bei seinem Stadterhebungsmonument und dem Düsselgitter freimütig trieb, erfährt nun am Fuße des Denkmals nochmal eine Ausweitung. Hier mischen sich die Kappen, Mitren, Helme und Mützen zu einem Bouquet, das den Turm trägt.
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 „Adabeis!“
.
Auch die Kappen gehören zu den Verkleidungen der vom Narr verlachten Windbeutel, Rosstäuscher, Angeber und Selbstdarsteller. Und – man glaubt es nicht – eben der Eitelkeiten solcher Klientel wurde auf das Beste gefrönt: Auf den Stirnen von Masken, auf Hüten und Assessoires haben sich all jene Adabeis mit ihren Namen verewigt, von denen wir Düsseldorfer tagtäglich in der Presse lesen müssen. Die örtliche Karnevals- und Eventprominenz hat ihre Sponsorenprahlerei in die Bronze ritzen lassen.
.
„Einen besonderen Dank an Wolfgang Funken!“ 
.
Der Beitrag über das Hoppeditz-Denkmal stammt aus einem umfangreichen Kapitel aus der „Ars Publica Düsseldorf“ von „Wolfgang Funken“. Alle in diesem Beitrag abgebildeten Fotos stammen von Stefan Arendt aus dem Medienzentrum Rheinland.
.
Also vor dem nächsten Besuch im „Heidelberger Faß“ 😉 unbedingt dieses Kunstwerk ansehen. 
.
Nun gab es für alle Teilnehmer noch einen leckeren Weckmann. 
. 
Wir wünschen euch eine besinnliche Zeit und einen tollen Übergang in das neue Jahr! Bleibt bitte alle gesund - wir sehen uns, so Gott will, zur nächsten Stunde im Januar 2023! (fe)

Quellen: Comitee Düsseldorfer Carneval, Wolfgang Funken, KG Hoppeditz-Wache, Stefan Arendt, Wikipedia und D4Y Frank Engels

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Und wie immer haben unsere Schüler fleißig mit gemacht

Frank 👏🏻👏🏻👏🏻 schön geschrieben 😘🐝

Es war sehr interessant

und wieder ein sehr spannendes und interessantes Thema ( der Düsseldorfer Hoppeditz ) Da hört man gerne aufmerksam zu

Sehr informativ - das meiste wusste ich nicht

👍

1 month ago

Dr Düsseldorwer Hoppeditz,

so lautet das Thema der nächsten Stunde von der Pittermanns Scholl.
Lustiges und Wissenswertes über den Düsseldorfer Hoppeditz, das ganze natürlich
auf Düsseldorfer Platt, zusammen getragen von unserem Oberlehrer Hans-Dieter Caspers.

ACHTUNG!
Dieses Mal müsst ihr Euch bitte auf unserer Webseite zur Schulstunde Anmelden.
www.pittermanns-scholl.de/index.php/anmeldung/
Anmeldeschluss: 14.11.2022

Wir freuen uns auch Euch.

Uere Pittermanns Scholl
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Dr Düsseldorwer Hoppeditz,

so lautet das Thema der nächsten Stunde von der Pittermanns Scholl.
Lustiges und Wissenswertes über den Düsseldorfer Hoppeditz, das ganze natürlich 
auf Düsseldorfer Platt, zusammen getragen von unserem Oberlehrer Hans-Dieter Caspers.

ACHTUNG!
Dieses Mal müsst ihr Euch bitte auf unserer Webseite zur Schulstunde Anmelden.
https://www.pittermanns-scholl.de/index.php/anmeldung/
Anmeldeschluss: 14.11.2022

Wir freuen uns auch Euch.

Uere Pittermanns Scholl